Archive for Oktober, 2006
[Shanghai] Sightseeing
30. Oktober 2006 03:35 - Sabine24.10.2006 - 70.Tag
Wao, 70 Tage schon auf Achse und jetzt sind wir in Shanghai angelangt! Also mit 80 Tagen um die Welt geht sich das nicht mehr so ganz aus
Recht zeitig in der Früh (so wie immer), zu zeitig für uns, sind wir mit unserer Reisegruppe in die Altstadt von Shanghai gefahren. Dort angekommen haben wir den mit Touristen überfüllten Yu-Garten besichtigt. Im Garten gab es wieder einmal unmengen von chinesischen Touristen mit einem Tourguide der ein Megaphon oder ein Micro und Lautsprecher hatte und einfach wild drauf los schrie - echt schlimm - wir hassen es und konnten nicht einmal unseren Tourguide verstehen! Das haben wir jetzt schon öfters bemerkt, wir glauben Entspannung und gutes Ambiente ist den meisten Chinesen fremd!
Wieder einmal hatten wir nicht genügend Zeit bei Sehenswürdigkeiten (auch beim Essen ist das der Fall), nur für einen Shop an einem staatlichen Handwerks-Shop ist immer ausreichend Zeit! Das nervt uns langsam schon sehr! Genauso war es an diesem Tag auch wieder, nach dem Garten sind wir in eine Seiden-Produktion gebracht worden. Dort wurden also schnell mal für fünf Minuten die Maschinen angeworfen und danach gab es einen großen Shop. Da wir beide noch nie das Abrollen der Seide von einem Kokon gesehen haben, war es trotzdem recht interessant und statt einem Aufenthalt im Shop haben wir dann mit Rene einen Bummel durch die Altstadt gemacht. Das war auch sehr schön, nur wurde Michael 15 mal angesprochen ob er mitkommen will um gefakte Produkte (Uhre, Taschen, Shirts, DVDs) zu kaufen. Wir schätzen das ist im Moment so, weil der Fake-Market vor einigen Monaten geschlossen wurde (man hat einfach eine Mauer darum gebaut).
Nach einem ziemlich miesen chinesischem Mittagessen ging es dann zum Bund und von dort aus haben wir eine einstündige Hafenfahrt unternommen. Das war echt wunderschön und die Sonne ist dann sogar noch rausgekommen und wir konnten noch schöne Fotos von der beeindruckenden Skyline Shanghais machen. Das hat Michael natürlich sehr gefreut!
Danach hatten wir noch eine Stunde Freizeit und wir konnten schön entspannt spazieren gehen und noch ein paar Fotos von der Hafenpromenade (The Bund) machen. Der Bund befindet sich an der westlichen Küste des Flusses, also im alten Stadtteil und daher gibt es hier viele schöne historische Gebäude. Außerdem kann man von hieraus die tolle und immernoch wachsende Skyline von Pudong - dem neuen Stadtteil - genießen. Von dieser Aussicht konnten wir uns garnicht sattsehen und wir finden diese viel interessanter als die von New York. Außerdem kann man diese Skyline von der gegenüberliegenden Promenade (The Bund) entspannt betrachten.
Am späten Nachmittag stand noch eine Akrobatikshow am Programm. Die Vorstellung war zwar recht gut, allerdings waren uns die Kunststücke meist schon aus dem chinesischem Circus in Wien bekannt. Das spannendste war daher das Ende der Vorführung, als bis zu vier Motorradfahrer gleichzeitig in einer Drahtkugel ihre Loopings drehten - unglaublich - aber es passieren auch hier und da Unfälle!
Um 19:30 haben wir uns dann im Kneipen-Viertel mit Alexander, einem alten Bekannten von Michael getroffen. Es hat uns zu einem westlich angehauchten, aber doch chinesischen Restaurant geführt. Für Michael, der die chinesische Küche schon mehr als ich satt hat, war diese Nachricht erstmals enttäuschend. Wie ihr euch sicherlich denken könnt, wollte er eigentlich italienisch essen gehen (Spaghetti oder Pizza). Das Lokal war uns jedoch auf den ersten Blick durch die tolle und moderne Einrichtung symphatisch und das Essen war auch spitze (nicht vergleichbar mit dem Kantinenessen von der Rundreise). Neben dem tollen Essen (Rindfleischstücke auf einer heißen Steinplatte serviert, Spargelspitzen und Pepper-Chicken usw.) hat uns vorallem das Eingangstor in das Restaurant und das gefinkelte Öffnungssystem sowie die WC-Anlage die mehr einem Spiegelkabinett ähnelt beeindruckt. Zum Essen haben wir uns außerdem mal wieder einen guten Weißwein aus Australien geleistet - weiß gar nicht mehr wie lange wir keinen Wein mehr getrunken haben - glaube auf der ganzen Reise noch nicht?
Gemeinsam mit ein paar Freunden vom Alexander haben wir das Abendessen genossen
mhm lecker
Danach sind wir noch mit Alexander uns seinen Freunden in eine Bar am People’s Square gegangen. Die Bar heißt Barbarossa und liegt an einem idylischen kleinen Teich mit Blick auf eine alte christliche Kirche und daneben hat man gleich die Hochhäuser - toller Kontrast! Im Freien sitzend mit einer Wasserpfeife und einigen Cocktails haben wir uns dann richtig wohl gefühlt. Das war dann irgendwie ein Gefühl wie in der Heimat, herrlich! Den Abend haben wir wirklich sehr genossen und sind erst um ca. 03:00 Uhr zurück in unser Hotel gekommen.
Categories: Weltreise, China, Shanghai
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[Wuhan/Shanghai] Provinzmuseum & Anreise
03:33 - Sabine23.10.2006 - 69.Tag
Der Tag hat schon einmal gut begonnen, denn das Frühstück war im 27. Stockwerk in einem drehbaren Restaurant (siehe Donauturm). Wir haben nicht nur das gute Essen sondern auch die tolle Aussicht über Wuhan genossen. Hier in China ist wirklich jede Stadt sehr groß und überall gibt es moderne Hochhäuser (viele sind noch in Bau). Das hätten wir uns NIE so vorgestellt. China dürfte wirklich sehr viel Stahl und Beton benötigen!
An diesem Vormittag haben wir uns das Provinzmuseum in Wuhan angeschaut, welches Originalfunde von Grabbeigaben eines Fürstens vor fast 2500 Jahren zeigte. Das Museum war unerwartet interessant und hat uns sehr gut gefallen, was tweilweise auch an unserem sehr guten, auch sehr gut Deutsch sprechendem, Lokalführer lag. Das war wirklich eine Ausnahme, denn bis jetzt waren unsere Lokalführer nicht immer so gut.
Die größteils aus Bronze bestandenen Grabbeigaben wurden durch die mit Grundwasser gefüllte Grabkammer sehr gut konserviert. Man konnte ein riesiges Glockenspiel mit 65 Glocken , weitere Instrumente und diversen Holzsärge des Fürsten und seiner Koukubinen besichtigen.
Da wir neugierig waren wie die Musik eines solchen riesigen Glockenspiels ist, haben wir noch zusätzlich die Musikvorstellung auf einem nachgebildetem Instrument für EUR 3 p.P. besucht. Die Vorstellung war sehr interessant, obwohl es natürlich nicht unser Musikgeschmack war.
Wir haben auch erfahren, dass schon vor 5.000 Jahren die gehobene Bevölkerung mit Stäbchen gegessen haben, während die Normalbürger mit den Händen die Nahrung zu sich genommen haben. Seit 2.000 Jahren ist das Essen mit Stäbchen gang und gebe!
Leider war das Wetter so schön Sonnig und wir hatten das schönste Wetter seit unserer China Rundreise und wir haben den ganzen Vormittag im Museum verbracht - das hat uns natürlich sehr geärgert! Natürlich wollten wir zumindest nach dem Museum noch den herrlichen Tag genießen und haben daher das Angebot eines fakultativen Bonsai- und Stein-Museums demokratisch (endlich haben die Leute mal ihre Meinung gesagt!) abgewählt.
Stattdessen wollten wir am Ostsee in Wuhan spazieren gehen. Da das lokale Reisebüro so natürlich nichts an uns verdient hat, ist der Spaziergang eher kurz und nicht wie erwartet am Ufer entlang ausgefallen und am ende unseres Spazierganges sind wir wieder einmal in einen Shop gebracht worden. Damit hat sich das Reisebüro scheinbar die Benzinkosten zurückgeholt (siehe Tuk-Tuks in Bangkok).
Am späten Nachmittag sind wir dann nach Shanghai wietergeflogen. Da wir leider erst recht spät im Hotel angekommen sind und das Hotel auch sehr weit vom Stadtzentrum (ca. 20 bis 30 Minuten) entfernt lag, blieb uns nicht viel anderes übrig als an der fakultativen Lichterfahrt um EUR 8 pro Person teilzunehmen. Wie erwartet war diese Fahrt mit dem Bus und 4 kurzen (ca. 15 Minuten) Fotopausen nicht ganz so unser Fall. Die Zeit an den wunderschön beleuchteten Orten (People’s Square, Nanjing Road, The Bund und dem französischem Kneipenviertel) war für uns viel zu kurz, aber immerhin konnten wir so einen guten ersten Eindruck von Shanghai bekommen. Wir sind uns jedoch wie Japaner auf Busreise vorgekommen - wir sind aus dem Bus gehüpft und haben so schnell wie Möglich Fotos von den Sehenswürdigkeiten gemacht (klasse)!
Aja, auf dieser 2,5 Std Fahrt gab es nicht einmal Zeit für ein Abendessen und als wir dann den versprochenen Stop beim McDonalds einforderten, konnten wir uns von einigen Teilnehmern (Oldies - die kurz nach 22:00 Uhr keine Zeit mehr verlieren wollten, um in ihr Bettchen zu kommen) blöde Sprüche anhören. Das war uns allerdings egal! Komischerweise hat sich dann doch die Hälfte des Busses etwas vom McDonalds gekauft.
Als wir dann zu spät für manche um 22:30 ins Hotel gekommen sind, habe ich noch etwas Wäsche gewaschen und Michael hat die Fotos auf das Notebook übertragen. Danach ging es um Mitternacht endlich in unser komfortables Doppelbett (hatten wir seit 2 Wochen nicht mehr, denn das dürfte in China nicht so üblich sein).
Categories: Planung der Reise
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[Yangzijang] Yangzijang-Staudammes
03:29 - Sabine22.10.2006 - 68.Tag
Unser letzter Tag am Yangzijang begann mit einem sehr zeitlichen Weckruf um 06:00 Uhr und einer Ausschiffung um 07:50 Uhr. Das war uns natürlich wieder einmal viel zu früh und außerdem mussten wir dann auf Grund von einer schlechten Organisation des Schiffes ca. 50 Minuten auf unsere Koffer warten, bevor wir eigentlich zu unserer Besichtigung des Yangzijang-Staudammes aufbrechen konnten. Das war sehr ärgerlich und wir waren froh beim Auschecken kaum Trinkgeld gegeben zu haben! Denn eigentlich wollte das Schiff USD 20 pro Person vorschreiben, war wir schom mal als Frechheit gesehen haben. Denn am Vorabend wurden uns rote Umschläg unübersehbar auf unsere Betten gelegt!
Am Staudamm angekommen waren wir etwas enttäuscht von der hässlichen Architektur des Dammes und der Damm war auch nicht so groß wie erwartet. Besser gefallen hat uns da der Damm am Lake Powell (USA) und in Assuan (Ägypten). Der Staudamm wirklte einfach nicht so mächtig! Von einem Aussichtshügel haben wir uns dann noch den Damm sowei die doppelte 5-stufige Schleuse angesehen. Leider konnten wir die Schleuse nicht wie geplant mit dem Schiff passieren, da eine Schleuse wegen Fertigstellung geschlossen wurde und so nur eine Schleuse für Transportgüter geöffnet war. Die Schleusen fanden wir beide sehr interessant, aber eine Durchquerung der Schleuse benötigt 2,5 Stunden und das ist schon recht viel Zeit.
Vor fast hundert Jahren wurde schon die Idee eines Staudammes geboren und 2010 soll der Staudamm nach einer 16 jähriger Bauphase endgültig fertig gestellt werden. Von 1994 - 1997 waren 25.000 Bauarbeiter rund um die Uhr beschäftigt. Von 1997 - 2003 nur noch 10.000 und seit 2003 sind es nur noch 2.000 Personen. Ungalublich wieviele Bauarbeiter für dieses Mammutprojekt benötigt worden sind. Insgesammt wurden auch um die 1,5 Millionen Menschen umgesiedelt und diese Umsiedlungsaktion und Bau von Häusern und Wohnungen hat 40% der Gesamtkosten benötigt.
Mittagessen waren wir dann in der nächsten größeren Stadt Yichang, wo in unserem Hotel auch drei Hochzeiten gefeiert wurden. In China trägt die Braut normalerweise die Farbe Rot, denn die Farbe Weiss bedeutet der Tod und wird nur bei Beerdigungen getragen. Jedoch seit ein paar Jahren wird die Tradition auch schon an das Westliche angepasst! Bei Hochzeiten werden auch großteils rote Umschläge mit Geldgeschenken überreicht (da waren wieder die roten Umschläge!).
Nachdem alle Gäste gleichzeitig eingetroffen sind, mussten wir auf unsere Tische warten und das Reisebüro ist daher mit uns einmal in der Stadt im Kreis gefahren (nennte sich Stadtrundfahrt!) und wir wurden wieder einma, in einem Handwerksshop für Seidenstickerei gefahren. Wir haben uns natürlich schon einmal aus Brotest nichts gekauft - Platz im Gepäck ist ja auch keiner. Wehren kann man sich gegen solche Veranstaltungen scheinbar nicht, da unser staatliches Reisebüro scheinbar recht Streng vom Staat kontrolliert wird und sich an die Vorschriften halten müssen. Anscheinend ist eine Vorschrift: Die Touristen ausbeuten!
Nach einem relativ schlechten Mittagessen von dem am Abend einige Personen krank geworden sind, haben wir uns mit dem Bus Richtung Wuhan (ca. 4,5 Std fahrt) aufgemacht. Leider hatten wir gerade für diese Strecke den schlechtersten und dreckigsten Bus. Die Sitzbreite und Sitzabstand war wirklich eine Frechheit und Michael konnte garnicht normal sitzen!
Als wir Abends im schönen Holiday Inn Hotel angekommen sind, waren wir nurnoch faul. Michael hatte endlich wieder sein Internet und beim McDonalds waren wir auch. Also war die Welt wieder in Ordnung!
Resumee:
Von der Yangzijang Schifffahrt haben wir uns eigentlich viel mehr erwartet. Sehr enttäuscht waren wir von dem schlechten Wetter als wir die drei Schluchten passiert sind. Durch die Flutung des Dammes sind die Schluchten nicht mehr so impossant und die ganzen alten Häuser am Ufer sind verschwunden und durch neue, hässliche Betonbauten ersetzt worden. Das landschaftliche Bild haben wir uns etwas anders vorgestellt! Wir denken, dass die Yangzijang Schifffahrt vor dem Staudamm sicherlich viel interessanter und schöner war als es jetzt der Fall ist. Unserer Meinung nach lohnt es sich nicht mehr diese Yangzijang Schifffahrt zu machen und in den nächsten Jahren wird der Wasserspiegel um weitere 20 Meter gehoben und es verschwinden auch die letzten alten Häuser und Felder! Schade eigentlich.
Categories: Weltreise, China, Yangzijang River
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