Archive for März, 2007
We are back in Vienna
22. März 2007 02:49 - MichaelDear families, friends and blog visitors,
we did it – we completed our around the world trip!
We arrived home in Vienna (Austria) after 218 amazing days of travelling and a long flight to Europe.
More information, blog entries, pics, videos and reviews will follow in the next days – so keep in touch.
thx to everybody
Michael & Sabine
Categories: Allgemein, Weltreise
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[Rio de Janeiro] Sugar Loaf, Corcovado, Copacabana, Ipanema
15. März 2007 08:50 - Sabine10.03. bis 13.03.2007 – 207. bis 210.Tag:
Als wir abends in der berühmt-berüchtigten südamerikanischen Millionenstadt Rio de Janeiro ankamen hatten sich bereits einige Bedenken bezüglich unserer Sicherheit in der Stadt angesammelt. Die Gewalt in den armen Wohngegenden, den Favelas, und die Berichte von bewaffneten Überfällen auf Touristen haben uns Sorgen bereitet. Daher wählten wir diesmal kein Hostel sondern ein Hotel in einem sicher-geltenden Viertel zwischen den Stränden Copacabana und Ipanema sowie weit entfernt von der nächsten Favela.
Am Airport angekommen gab es eine große Auswahl an Transportmöglichkeiten zum Hotel, da es allerdings bereits komplett dunkel war und wir nicht wussten wie gefährlich es nachts auf den Straßen ist, wählten wir dann nach längerem Überlegen eine sichere Taxicompany mit Fixpreis. Die Fahrt war eine der teuersten Taxifahrten (EUR 30) auf unserer Reise, unsere Wahl wurde dann jedoch bestätigt, als wir auf der Autobahn immer wieder an schwer bewaffneten und schussbereiten Polizisten vorbeifuhren. Ist echt ein komisches Gefühl wenn an jeder Autobahnausfahrt ein Polizeiauto steht und der Polizist mit einem Maschinengewehr ausgestattet ist.
Als wir dann in unserem ruhigen Viertel ankamen fühlten wir uns gleich wieder etwas wohler. Trotzdem blieben wir an diesem Abend ausschließlich im Hotel und haben den Abend vor dem Fernseher im Hotelzimmer verbracht. In der Dunkelheit wollten wir nicht unsere Umgebung erkunden und haben das auf den darauffolgenden Tag verschoben.
Nach einem großzügigen Frühstück mit vielen tropischen Früchten machten wir uns gleich mal auf die Suche nach einem Bankomat in der Nähe, da uns der Automat am Flughafen leider kein Geld gegeben hat. Da es Sonntag war und die Maschinen scheinbar außerhalb der Banköffnungszeiten keine Verbindung mit den europäischen Banken aufstellen konnten, bekamen wir auch diesmal wieder kein Geld. Das war sehr ärgerlich und wir sorgten uns schon um unser Mittag bzw. Abendessen. Wir standen also in Rio de Janeiro und hatten kein Geld. Gott sei Dank bot unser Hotel auch ein Wechselservice an und wir konnten dann unsere letzten US-Dollar in brasilianische Reals wechseln und unser Tag war dadurch gerettet.
Mittags sind wir dann den berühmtesten Strand von Rio, der Copacabana, entlang spaziert. Der Strand ist etwa 4 Kilometer lang und hinter dem Strand gibt es eine wunderschön gepflasterte Promenade mit kleinen Bars und einigen Souvenirverkäufern. Am Sonntag wird die anschließende Straße an der Promenade für den Autoverkehr gesperrt und für Fußgänger geöffnet. Der weiße Sandstrand war wirklich wunderschön und wir konnten es nicht glauben, dass eine Millionenstadt so einen Beach vor der Tür hat.
Wir sind also ganz ohne Wertgegenstände, außer der kleinen Digitalkamera aus dem Hotel spaziert und waren dann eigentlich verwundert wie sicher uns die Gegend vorkam. Während unserem Spaziergang sind wir uns Gott sei Dank kein einziges Mal unsicher vorgekommen und wir sind die komplette Promenade von der Copacabana entlang spaziert. Wir wurden auch kein einziges Mal blöd angesprochen, so wie wir das schon in anderen Ländern erlebt haben.
Der Strand war ganz schön von Einheimischen und ein paar Touristen bevölkert und jeder genoss die Sonnenstrahlen und den weißen Sandstrand. Viele Familien haben sich an diesem Sonntag auf dem Strand eingefunden, aber hübsche und sexy Brasilianerinnen haben wir vergebens gesucht
Die Bikinis sind auch nicht mehr so klein, wie man sie auf den Postkarten kennt, aber doch noch etwas knapper als in Europa und leider tragen auch viele übergewichtige Einheimische diese Bikinis. Da haben wir uns doch etwas anderes erwartet. Die sportlichen Aktivitäten am Strand waren Fußball, Volleyball und Bier trinken und ständig laufen irgendwelche Verkäufer am Strand herum. Hauptsächlich werden Getränke und Garnelenspieße angeboten und nur hier und da verkauft jemand Sandwiches. Die leeren Dosen von den Getränken waren heiß begehrt und einige Leute sammelten die Alu-Dosen ein, denn für 1 Kilo Dosen bekommen sie BRL 3,50 und können sich so etwas zum Essen leisten. Toll fanden wir auch das Service, dass man sich überall Schirme und Strandstühle ausborgen konnte – sowas hat wirklich in Australien gefehlt. Sehr verwunderlich fanden wir auch, dass es am kompletten Strand kein einzigen Rettungsschwimmer gegeben hat und das obwohl die Wellen sehr stark eingebrochen sind.
Von den Hotels und Gebäuden an der Copacabana, dem berühmtesten Beach auf der Welt, waren wir maßlos enttäuscht. Fast alle Gebäude sind hohe Blockbauten und bieten kein schönes Bild. Gerade einmal das Copacabana Palace war ein Hotel, so wie wir es uns in Rio erwartet haben. Auch das ehemaligen Le Meridien waren ein hässliches Hochhaus. Jedoch der Blick auf dem weißen Sand und die grünen Hügeln, im Speziellen auf den Zuckerhut bot ein tolles Panorama.
An der Promenade gibt es auch unzählige Getränkestände, die frische Kokosnüsse mit Kokoswasser anboten und so mussten wir auch zuschlagen. Das gekühlte Kokoswasser war wirklich erfrischend und wir brauchten auch eine kurze Pause. Wir beide waren sehr verwundert, dass kaum etwas zum Essen angeboten wurde und es nur ein paar Restaurants bei den Blockbauten gab.
Wir haben uns dann auch kurz auf den Strand gelegt und zwischen den braungebrannten Brasilianern sind wir zwei ziemlich aufgefallen. Die Wassertemperatur war doch kälter als erwartet und bot wirklich eine Abkühlung – mir war es fast zu kalt!
Am Nachmittag sind wir dann in unser Hotel gegangen und haben uns bei einem Imbisslokal ein ganzes gebratenes Hähnchen mit Reis gekauft. Die leckeren Hühner gingen weg, wie warme Semmeln und so mussten wir auch zuschlagen. Am Zimmer haben wir dann unsere Portion genüsslich verspeist und danach noch unsere sonnige Dachterrasse genützt. Von unserem Hotel aus hatte man einen tollen Rundumblick.
Nach dem fast 8 Kilometer Spaziergang haben uns beiden ziemlich die Füße weh getan – speziell mir (Michael), denn ich habe mir neue Flipflops von der brasilianischen Marke Havaianas gekauft.
Nach einem kurzen Nickerchen ging es dann zum Ipanema Beach und haben uns den tollen Sonnenuntergang am Strand angeschaut. Eine Gruppe von Salsatänzern bot dann noch eine kleine Trommel- und Tanzaufführung und einige Leute machten auch gleich mit. War sehr spannend das Spektakel zu beobachten.
Leider geht die Sonne in Rio schon um 18:00 Uhr unter und das hat uns beiden nicht so wirklich gefallen, denn dadurch verliert man ziemlich viel Zeit für Sightseeing! Jedoch war der Anblick wirklich wunderschön von diesem Strand. Denn die Sonne ist langsam hinter den Hügeln verschwunden und der Himmel färbte sich leicht orange. Im Dunkeln ging es dann zurück zu unserm Hotel. Gott sei Dank wurden wir nicht überfallen oder ausgeraubt
Von der vielen Sonne waren wir beide ziemlich KO und genossen noch den Abend vor dem TV – endlich hatten wir wieder einen Fernseher mit ein paar englischsprachigen Sendern.
Am nächsten Morgen sind wir etwas zeitiger aufgestanden und haben uns dann mit dem Bus auf den Weg zur Christus-Statue am Berg Corcovado gemacht. Der Hügel hat eine recht markante Form und ist 710 Meter hoch. Die Christo Redentor ist nur etwa 30 Meter hoch und steht auf einem 8 Meter hohen Sockel, trotzdem ist sie häufig vom Strand oder vom Zentrum aus zu sehen.
Von Angy und Helmi haben wir erfahren, dass man möglichst nicht die Bahn zur Statue hinauf nehmen soll, sondern ein Taxi wodurch man auch einen zweiten Aussichtspunkt besichtigen kann und dort Fotos machen kann. Wenn man gut verhandelt, dann schafft man es sogar, dass der Taxifahrer einem für den gleichen Preis auch noch zusätzlich zurück ins Hotel bringt.
Der erste Aussichtspunkt war noch recht weit von der Christusstatue entfernt und die Statue wirkte kleiner als erwartet, aber der Blick auf den Zuckerhut sowie die Copacabana war wirklich wunderschön. Wir sind also etwas herumspaziert und haben viele schöne Fotos gemacht. Am Ende haben wir sogar noch eine Gruppe von Makaken-Affen auf einem Baum beobachten können und ein Affe sprang sogar mit einem Baby am Rücken herum – das war sowas von süß. Da die Makaken so niedlich waren konnten wir gar nicht unsere Blicke abwenden und am liebsten hätte sich Michael gleich eines dieser kleinen Äffchen mitgenommen
Der zweite Aussichtspunkt war dann schon direkt bei der Statue, wo wir vom Parkplatz aus noch einige Stufen steigen mussten oder alternativ kann man auch den Lift und dann die Rolltreppe nehmen. Da wir bis jetzt immer nur die irrsinnig steile Vorderseite des Hügels gesehen hatten, konnten wir uns gar nicht vorstellen, dass man überhaupt so weit mit dem Auto hinauffahren kann.
Als wir dann ganz oben waren wirkte die Christusstatue doch recht gewaltig und wir waren ziemlich beeindruckt. Wir haben dann auch entdeckt, dass die Christusstatue zu den New 7 Wonders zählt. Vor allem die tolle Sicht über das Zentrum, die Strände, die Favelas und das bekannte Fußballstadium hat uns besonders beeindruckend. Auch die vielen Favelas überall in Rio kann man von Corcovado gut an ihrer Bauweise in den Hängen der vielen steilen Hügeln erkennen.
Wir wurden nach unserem Ausflug dann wiederwillig von unserem Taxifahrer zurück in unser Hotel geführt und waren dann froh als wir endlich beim Hotel waren. Dort haben wir uns dann am Nachmittag mit Helmi und Angy getroffen, die wir in Chile bei der Vulkanbesteigung kennengelernt hatten und zwischenzeitlich in Buenos Aires wiedergetroffen haben. Was für ein Zufall, dass wir die beiden immer wieder treffen
Wir sind dann mit dem Taxi zum Sugar Loaf gefahren, um uns von oben aus den Sonnenuntergang anzusehen. Während wir mit der ersten Seilbahn hinauffuhren verfärbte sich bereits der Himmel und wir machten noch ein paar nahe Fotos vom Zuckerhut und fuhren dann mit der zweiten Seilbahn hinauf auf den unglaublich steilen Zuckerhut. Während der Fahrt mit der Seilbahn rätselten die Burschen wie James Bond nur von der hinauffahrend auf die hinabfahrenden Seilbahn überspringen konnte. Ich glaub es war einfach nur unrealistisch, trotzdem fanden wir es cool auf einem der Drehplätze gewesen zu sein.
Auf der Spitze des Zuckerhuts angekommen, eröffnete sich uns eine gigantische Aussicht und die Sonnen war gerade am untergehen, gleich neben der Christusstatue. Wir standen also für einige Minuten einfach nur da und genossen die wunderschöne Aussicht über Strand, Hügeln und Stadt. Danach standen wir dann vor einem anderen Problem, denn wir wollten unseren mitgebrachten Rotwein trinken und hatten leider keinen Flaschenöffner mit. Helmi ging also zu einem Getränkekiosk und bat um Hilfe, leider hatte dort auch niemand einen Korkenzieher, also versuchten sie mit einem Hammer und einem Stab den Korken in die Flasche zu drücken. Die hilfsbereiten Mitarbeiter haben etwa 10 Minuten daran rumgehämmert, bis die Flasche dann endlich geöffnet war und wir unseren Wein zusammen mit der tollen Aussicht genießen konnten. Als es dann zusehends dunkler wurde und die vielen Lichter der Stadt angingen, wurde die Aussicht noch beeindruckender. Michael war kaum mehr von der Absperrung wegzubekommen, so schön war die Sicht auf die beleuchteten Häuser, die langen Strände und zwischen drinnen die markanten Hügel. Die Speicherkarte der Kamera füllte sich wieder sehr schnell und die Zeit verging im Flug.
Gegen 19:30 Uhr machten wir uns dann langsam auf den Weg nach unten, wo wir dann mit dem Taxi in die Favela Leme fuhren, wo Angy und Helmi in einem Hostel unter österreichischer Führung wohnten. Wir waren etwas nervös im Dunkeln in eine Favela zu fahren, aber die beiden haben uns etwas die Angst genommen, da in einer Favela die Bewohner zusammenhelfen und sich gegenseitig nicht bestehlen. In einer Favela herrschen recht altertümliche Regeln und Diebstahl wir mit den härtesten Konsequenzen bestraft. Auch wenn man Leute mit Maschinengewehre in der Favela sieht, soll man angeblich noch keine Angst haben, denn damit wird nur auf die (korrupte) Polizei geschossen, wenn sie sich mal wieder in die Favela traut. Wir haben uns also die nette Unterkunft von Helmi und Angy angeschaut und auch Martin, den österreichischen Besitzer des Hostels, kennengelernt. Gemeinsam mit ihm sind wir dann noch hinunter Richtung Copacabana gegangen, wo wir in Martins Stammkneipe noch einen sehr starken, aber guten Zuckerrohrschnaps probiert haben. Danach sind wir mit Helmi und Angy noch weiter an die Copacabana gegangen und haben uns einen legendären Caipirinha bzw. Caipivodka an der Promenade gegönnt. Neben uns saß eine Gruppe Einheimischer die tolle Rhythmen trommelte und teilweise auch dazu sangen oder tanzten. Die Stimmung war dadurch wunderbar beschwingt aber trotzdem sehr friedlich. War echt schön an der total verlassenen Copacabana zu sitzen und seinen Blick auf das wilde Meer schweifen zu lassen, während am Nebentisch das typisch brasilianische Temperament für Unterhaltung sorgte. Wir sind also noch bis kurz vor Mitternacht an der Copacabana gesessen, bis wir zu müde wurden und uns in ein Taxi gesetzt haben.
Am nächsten Tag war Sightseeing im Centro und Santa Theresa geplant, dadurch gingen wir den Tag schon etwas früher an. Wie immer in Rio gab erstmal ein ausgiebiges Frühstück vom Frühstücksbuffet an dem es typisch für Brasilien eine große Auswahl an Südfrüchten sowie frischen Säften gab. Mhm, lecker! Gestärkt für den langen Tag führen wir zum Treffpunkt an der Copacabana, wo wir Helmi und Angy wiedertrafen. Gemeinsam ging es dann ins Zentrum, das durch seine vielen historischen Gebäude und Kirchen viel interessanter als gedacht war. Wir sind also ein wenig herumgeschlendert und haben uns umgesehen, da es an diesem Tag jedoch schon am Vormittag unerträglich heiß war, beschlossen wir unser Besichtigungsprogramm etwas abzukürzen. Wir haben uns im also nur die Church of Sao Francisco da Penitencia sowie das teilweise eingerüstete Teatro Municipal angesehen. Danach ging es mit der vollgepackten Straßenbahn, die sehr an die Cabelcars in San Francisco erinnern, auf den Hügel von Santa Theresa. Da wir bis zur Endstation mitführen, bekamen wir so schon einen recht guten Überblick von dem bekannten Künstlerviertel. Irgendwie haben wir uns da aber leider zu viel erwartet und außer einem kleinen netten Spaziergang sowie einem für Santa Theresa typischen Essen (Eintopf mit schwarzen Bohnen) gab es nicht viel zu tun. Wir waren dann also Mittagessen und Helmi und Angy haben tatsächlichen den „schwarzen“ Eintopf bestellt, wir waren nicht ganz so mutig und bestellten nur gegrilltes Hühnerfilet mit Reis und Bohnen, was sich dann jedoch als die bessere Wahl herausstellte. Damit schlossen wir also das Sightseeing-Programm ab und verbrachten unseren letzten Nachmittag in Rio am Strand von Ipanema, neben der Copacabana der zweite bekannte Strand der Millionenstadt Rio. Wir haben also etwas im Meer geplanscht und uns von den unglaublich starken Atlantikwellen mitreißen lassen. Teilweise wurden wir wie in einer Waschmaschine durch gewirbelt und leider fiel dabei auch meine Sonnenbrille dem Meer zum Opfer, aber ich war froh dass ich meine Kontaktlinsen nicht verloren hatte.
Nach einem wunderschönen letzten Sonnenuntergang am Strand von Rio sind wir noch zum Hühnchenimbiss Lopez unserem Lieblingslokal in Rio gegangen, war lecker nach dem vielen Rindfleisch in Argentinien wieder einmal Hühnchen zu essen. Unser Abenteuer Rio war also gar nicht so gefährlich und abenteuerlich wie gedacht, vielleicht hat es uns gerade deshalb so gut gefallen und wir hatten das Gefühl wir könnten noch viele Tage in dieser Stadt bleiben. Der Abschied von Rio fiel uns also ganzschön schwer und das wurde noch verstärkt durch unsere baldige Abreise von Südamerika bzw. die Heimreise nach Wien.
Categories: Weltreise, Brazil
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[Patagonia] El Calafate, Perito Moreno Glacier
14. März 2007 08:43 - Sabine01.03. bis 03.03.2007 – 198. bis 200.Tag:
Nach einer weiteren Übernachtung in Puerto Natales sowie auch einem Informations-Update durch das Internet (daran hat Michael in den letzten Tagen sicher nicht nur einmal gedacht!) ging es an diesem Morgen mit dem Bus nach El Calafate im argentinischen Patagonien. Die etwa 4-stündige Fahrt führte uns über die argentinische Grenze wo wir kurz anhielten und man unsere Pässe kontrollierte. Besonders skurril war aber das Grenzschaf, das wie ein Hund im Haus der argentinischen Grenzpolizei aus und ein ging sowie um das Haus patrollierte. Na was sagt man dazu, die Chilenen hätten sich da sicher einen Hund leisten können. Jedoch der Anblick war ein Hit. Wo sonst sieht man in einem Polizeigebäude ein Schaf
Die nächsten 2 Nächte hatten wir im besonders modernen und auch gut bewerteten Hostel America del Sur gebucht, leider gab es keine Doppelzimmer mehr und so haben wir ein 4er-Dorm (4er-Schlafsaal) mit eigenem Bad reserviert. Wir hatten großes Glück mit unseren Mitbewohnern, denn wir verstanden uns mit dem englischen Pärchen (Emma und Richard) gleich auf Anhieb. Abend haben wir uns dann Pasta gekocht, sind mit Emma und Richard im Aufenthaltsraum gesessen und haben durch die großen Panorama-Fenster einen einzigartigen Sonnenuntergang beobachtet. Da wir uns so gut mit den beiden verstanden beschlossen wir den Ausflug zum Perito Moreno Glacier am nächsten Tag gemeinsam zu machen, so mussten wir alle 4 gleich früh aufstehen und niemand wurde bei seinem Schlaf gestört.
Am folgenden Tag wurden wir von einem großen und komfortablen Reisebus abgeholt in dem wir zirka 80 Kilometer zum Perito Moreno Glaciar zurücklegten. Den ersten Teil der Strecke legten wir am Ufer des wunderschönen und türkisblauen Lago Argentino zurück, der übrigens unglaubliche 100 Kilometer lang ist und dessen Ausläufer bis zum Perito Moreno Gletscher reichen. Die Strecke führte desweiteren an großen ungenützten Estancias vorbei und rundherum sind Berge zu sehen. Wir waren landschaftlich sehr beeindruckend und endlich hatten wir auch wieder schönen blauen Himmel, mit nur ein paar Wölkchen (nicht umgekehrt!). Wir konnten unsere Blicke kaum von dem traumhaft türkisen See, dem weiten Weideland sowie den schneebedeckten Bergen in der Ferne abwenden. Gott sei Dank machte unser Bus auch ein paar Fotostops, so konnten wir schöne Erinnerungsfotos knipsen.
Der erste Anblick des Gletschers war ein ganz besonderer er war zwar immer noch sehr weit weg, aber man sah die gewaltige Größe des Gletschers und die schneebedeckten Berge rundherum machten das Bild vollkommen. Nach diesem Fotostopp ging es dann mit dem Bus zur anderen Front-Seite des Gletschers, wo wir eine etwa 1-stündige Wanderung mit vielen vielen Fotohighlights machten und uns so langsam der Besucherplattform annäherten. Einen guten Teil des Weges legten wir am Ufer des Canal de los Tempanos zurück und die verschiedenen Sichten auf den Gletscher faszinierte uns dermaßen, dass wir unsere Kameras kaum mehr abschalteten. Von der Wasserlinie aus beeindruckte uns vor allem die breite Front und wir erführen von unserem Guide das die Gletscherfront etwa 50 bis 60 Meter hoch ist und sich unter dem Wasser weitere 100 Meter fortsetzt. Erst als wir auf dem Hügel waren, sah man wie weit sich der Gletscher fortsetzt (30 Kilometer nämlich!) und auch die Breite von bis zu 4 Kilometern ist unglaublich. Der Anblick war wirklich einzigartig!
Der Perito Moreno Glaciar ist der dynamischste Gletscher der Welt, da er jeden Tag 2 Zentimeter voranschreitet und es daher immer wieder spektakuläre Abbrüche an der Gletscher-Front gibt. Die nächsten drei Stunden verbrachten wir daher auf den verschiedenen Besucherplattformen und versuchten gute Fotos vom Kalben (Abbruch) des Gletschers zu machen. Es ist echt unglaublich was für ein lautes Grölen zu hören ist kurz nachdem ein Eisberg ins Wasser fällt, leider ist es aber immer schon zu spät wenn man das Geräusch hört und so bleibt einem nur der geduldige Blick auf den Gletscher, wenn man einen Abbruch sehen will. Lange muss man da Gott sei Dank nicht warten, aber bei dem starken Wind und den kalten Temperaturen kann es einem dann schon sehr lange vorkommen. Daher sind wir auch zwischendurch auf einen warmen Tee mit Richard und Emma gegangen, um danach wieder fit für die nächste Runde „Icewatching“ zu sein. Es ist echt unglaublich wie fasziniert und geduldig man da auf den Gletscher schauen kann, denn schließlich könnte „der große Abbruch“ ständig kommen und man will so etwas ja nicht verpassen.
Total durchgefroren stiegen wir dann am frühen Nachmittag wieder in den Bus und waren froh einen so schönen und beeindruckenden Tag am Gletscher verbracht zu haben. Bei dem schlechten Wetter im chilenischen Patagonien zuvor hatten wir uns so ein schönes Wetter gar nicht erträumt.
Categories: Weltreise, Chile, Argentina, Patagonia
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